ASTech’ler reicht Paper bei IRCOBI 2020 ein

Gaimersheim – Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der ASTech hat unser Kollege Debasis in den letzten Monaten auf Basis eines vorhandenen Finite-Elemente-Kopfmodells mithilfe von Visual Performance Solution (VPS) insgesamt 70 gut dokumentierte Kopfverletzungen unterschiedlichen Ursprungs rekonstruiert. Basierend auf seinen Erkenntnissen hat er daraufhin einen so genannten „brain injury score“ (BIS) – also ein Vorhersagekriterium – entwickelt, mit welchem er die jeweils verursachten Verletzungen ziemlich genau vorhersagen kann. Die prognostizierten Werte verglich er anschließend mit den Ergebnissen etablierter Verletzungsprognosekriterien (z.B.: Head Injury Criteria [HIC] und Brain Injury Criteria [BrIC]) und dokumentierte die Abweichungen. Um die Vorhersagegüte beurteilen und validieren zu können, rekonstruierte er sechs weitere Unfälle mit Hirnverletzungen und kam zu dem Schluss, dass sein BIS die Verletzungen genauer vorhersagen konnte. Denn HIC und BrIC prognostizieren in der Regel ein zu hohes Verletzungsrisiko.

Paper-Veröffentlichung @IRCOBI 2020
Seine Erkenntnisse hat er in einem 14-seitigen Paper zusammengefasst und beim International Research Council on Biomachanics of Injury (IRCOBI) eingereicht. Die IRCOBI ist eine jährlich stattfindende Konferenz, die circa 250 Experten aus aller Welt aus den Bereichen Biomechanik, Crash-Mechanik, Unfallvermeidung und -rekonstruktion, Sportverletzungen und Gewebemodellierung zusammenbringt. Für jeden Menschmodell-Entwickler wie Debasis, der sich schnell und kompakt über die aktuellen Entwicklungen und Trends hinsichtlich Menschmodellen und Biomechanik informieren möchte, ist diese Veranstaltung quasi ein Muss. Sechs Jahre nach dem Abschluss seiner Doktorarbeit, für welche er bereits drei Paper bei der IRCOBI veröffentlichte, ist dies das erste Paper, welches im Rahmen seiner Arbeit bei der ASTech angenommen wurde. Die Veröffentlichung seiner Arbeitsergebnisse erfüllt ihn mit Stolz und Freude, denn die IRCOBI ist eine hoch angesehene Konferenz im Bereich Biomechanik und Fahrzeugsicherheit. Ein hier veröffentlichtes Paper bekommt in der Regel eine große Aufmerksamkeit, zieht viele Expertendiskussionen nach sich und bietet die Chance, die ASTech und ihre Arbeit in der Welt der Wissenschaft zu promoten.

Live Session am 9. September
Aufgrund der aktuellen Situation kann die IRCOBI 2020 natürlich nicht wie geplant als Präsenz-Konferenz in München stattfinden. Stattdessen wird es am 9. September eine online Live Session geben. Alle Konferenz-Unterlagen werden online zum Download bereitgestellt, so dass Paper, wie das von Debasis, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und die neuesten Erkenntnisse international bekannt gemacht werden.

Weiterentwickeltes Kopfmodell = neue Ansatzpunkte für künftige Paper
Seit seiner eingereichten Bewerbung für das IRCOBI-Paper 2020 sind bereits etliche Monate vergangen und so hat Debasis die Thematik mittlerweile erweitert betrachtet. Er hat zum Beispiel das Finite Elemente-Kopfmodell verbessert, um es biofideler zu gestalten.
Auf diese Weise arbeitet er bereits heute daran, weitere Verletzungen mittels Simulation vorhersagen zu können und damit die Grundlage für neue, bessere Schutzsysteme zu schaffen. Dies bietet sicher auch Material für neue, künftige IRCOBI-Paper. Wenn es soweit ist, werden wir wieder darüber berichten.

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Methodik der Unfall-Rekonstruktion: Insgesamt 70 Unfälle wurden rekonstruiert, um den so genannten „brain injury score“ (BIS) zu entwickeln. Weitere 6 danach, um den BIS zu validieren.