ASTech - Automotive Safety Technologies

Zurück

Wie wir arbeiten: Funktionen mit Hilfe von Fahrsimulation erleben und absichern

Nina Eichenseher,

Bevor FAS/ HAF Funktionen auf die Straße gelangen, müssen sie ausführlich getestet und abgesichert werden. Diese Absicherung erfolgt bei uns unter anderem virtuell durch Simulation tausender Einzelfälle/ Situationen und physisch mit Testfahrten in unseren Versuchsfahrzeugen (im realen Verkehr oder auf dem Prüfgelände).   

Um unsere Arbeiten in der Funktionsspezifikation, -umsetzung und -absicherung zu unterstützen, haben wir in unserer Werkstatt eine Konfiguration aufgebaut, die sowohl eine virtuelle Absicherung als auch die Erlebbarkeit von Funktionen in risikoarmer Umgebung ermöglicht: die Fahrsimulation mit unserer „ASTech-Sitzkiste“ (vereinfachtes Modell eines Fahrzeuginterieurs).

Der Aufbau beinhaltet Fahrersitz, Pedale, Lenkrad und vier Monitore. Drei, auf denen mit Hilfe der Simulationslösung „CarMaker“ der Firma IPG Automotive reale Testszenarien in die virtuelle Welt übertragen und damit der Blick aus dem Innenraum eines Fahrzeugs auf die Fahrbahn abgebildet wird und einer, der die ‚Traces‘ anzeigt, die während der Fahrt erstellt werden.

Anhand der von uns entwickelten “Pre-Sense“-Funktion lässt sich am besten erklären, wie wir damit arbeiten: Der Fahrer/ die Fahrerin (aka unser Entwickler/ unsere Entwicklerin) fährt eine simulierte Strecke ab. Wie im realen Fahrzeug werden mögliche Hindernisse frühzeitig erkannt und je nach Zeitpunkt verschiedene Schritte einer Aktionskaskade (z.B. akustische und optische Warnsignale, Teilbremsung und Notbremsung) ausgeführt. Während der gesamten Fahrsimulation werden dabei sogenannte ‚Traces‘ gespeichert – Sammlungen von vielen verschiedenen Informationen (z.B. von Sensoren/ Aktuatoren), die in Echtzeit aufgenommen werden. Sie können im Nachgang beliebig oft abgespielt/ durchlaufen werden. So bilden sie die Basis für die virtuelle Absicherung, indem daraus automatisiert echte Testfälle generiert werden.

Neben den oben genannten Aspekten dient unsere Sitzkiste uns auch als Umgebung für den „Proof of Concept“ von neuen Funktionen. Hier können wir Produktideen, neue Funktionen/ Features/ Konzepte frühzeitig in der Werkstatt auf ihre generelle Machbarkeit und Wirksamkeit überprüfen, bevor das Team mit der komplexen Entwicklung startet.  

So können wir unter anderem mit der Fahrsimulation in unserer Sitzkiste frühzeitig (und risikolos) die Basis für die Auslegung und Absicherung bestehender und die Entwicklung neuer, integraler Fahr- und Sicherheitsfunktionen erzeugen. Und wir bauen den Funktionsumfang unseres Simulators weiter aus: Nächste Schritte sind zum Beispiel das Visual Engine Update von CarMaker, das für eine noch realistischere Darstellung der Simulationen sorgt, die Integration von ‚Force Feedback‘ für Lenkrad & Pedalerie zur verbesserten Wahrnehmung des Fahrererlebnisses oder die Anbindung zusätzlicher Hardware (Fahrerbeobachtungskamera, VR-Brille). Am Ende ist es natürlich die Kombination aus vielen komplexen Spezifikations-, Entwicklungs-, Simulations- und Absicherungsmethoden, die dafür sorgt, dass unsere Funktionen sicher auf die Straße kommen. Die Arbeit mit unserer Sitzkiste ist für uns dabei ein weiterer kleiner Baustein auf dem Weg zur Umsetzung unserer Firmen-Mission #ASTechVisionZero.